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Ausflug #9: Dillon @ W-Festival 24.05.2017

Das Konzert von Dillon fand am 24.05.2017 in der Jugend-Kultur-Kirche Sankt Peter in Frankfurt statt. Als Vorband spielten Smith & Thell, die bereits für reichlich Stimmung sorgten. Zu Beginn von Dillon’s Konzert wurde ein peppiger Elektrobeat gespielt, welcher das Publikum und mich gleich zum Tanzen brachte. Die darauf folgenden Songs waren eher ruhig und melancholisch, dementsprechend war von der anfänglichen Party-Stimmung wenig übrig. Die Musik kann man als eine Mischung aus düsterem, melancholischem Singer-/Songwriter-Pop mit elektronischen Beats beschreiben. An dem Abend wurde Dillon von einem DJ unterstützt, sie selbst spielte bei fast allen Stücken Piano und sang dazu.

Dillon heißt eigentlich Dominique Dillon de Byington und kommt aus Brasilien, lebt jedoch schon seit ihrer Kindheit in Deutschland, aktuell in ihrer Wahlheimat Berlin. Im Jahr 2011 erschien ihr Debütalbum „The Silence Kills“ beim Technolabel „BPitch Control“. Mit ihrem Hit „Thirteen Thirtyfive“ erlangte sie größere Bekanntheit. Im März 2014 erschien dann ihr zweites Album „The Unkown“.

Die Musik war live ähnlich dem, was mir bereits aus dem Internet bekannt war. Das ist auch ein kleiner Kritikpunkt meinerseits. Ich hätte mir gewünscht, dass es bei der Performance der Songs mehr Variationen gegeben hätte.

Dillon’s Performance hat ansonsten sehr gut zu ihrem mystischen Auftreten in ihren Musikvideos gepasst. Während des Konzerts nahm sie sehr wenig Kontakt zum Publikum auf und wirkte dadurch eher introvertiert. Ich finde, dass passte ziemlich gut zu ihrem allgemeinem Auftreten und hat mich auch nicht sonderlich verwundert. Ebenfalls war ihr Gesicht in manchen Momenten der Performance nicht zu sehen, sie stand teilweise im „Versteck“ des Lichtschattens, somit waren ihr kaum Empfindungen anzumerken, was sie ein bisschen unnahbar wirken ließ.

Die Reaktionen des Publikums waren sehr unterschiedlich, in den ersten Reihen standen die absoluten Fans, die von allem begeistert waren, was Dillon tat. Andere Teile des Publikums klatschten stets nach den Songs, zeigten aber keine größeren Emotionen. Ich hatte das Gefühl, dass manche enttäuscht waren, außerdem kamen immer mehr Leute aus dem vorderen Bereich des Saals in den hinteren Teil. Allgemein war der Saal der Sankt Peter-Kirche aber sehr gut gefüllt.

Die Musik von Dillon hat mir an diesem Abend mittelmäßig bis gut gefallen. Ich hätte mir mehr Kommunikation mit dem Publikum gewünscht und auch ein paar kreative Abweichungen bzw. Interpretationen der Songs hätten mir gefallen.

Ich würde das Konzert trotzdem weiter empfehlen, da sie eine tolle und besondere Stimme hat, die es wert ist zu hören. Wenn man sich damit abfindet, dass sie einfach ihr ganz eigenes Ding durchzieht, ist es in Ordnung. Man darf nur nicht die Erwartung haben, von Dillon „entertained“ zu werden. Im Vordergrund steht einzig allein die Musik.

Infos

(sm)

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