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Ausflug #14: Wallis Bird @ W-Festival 10.05.2018

Am Donnerstag, den 10. Mai besuchte ich gemeinsam mit meiner besten Freundin das Konzert von Wallis Bird in der Alten Oper. Wir beide waren zuvor noch nie in der Alten Oper gewesen, deswegen kam ich auf die glorreiche Idee, ein Konzert beim W-Festival auszuwählen, das dort stattfinden würde. Man muss dazu sagen, dass wir beide waschechte Frankfurterinnen sind und es mir schon fast peinlich ist, nie in der Alten Oper gewesen zu sein! Aber das Geld fällt als Studentin auch nicht vom Himmel, soweit so gut.

Wir gingen völlig unvoreingenommen in das Konzert; wenn ich meine unvoreingenommen, ist das keine Untertreibung. Zuvor hatten wir jeweils ein halbes Youtube Video von Wallis Bird gesehen. Beim Konzert stellte sie ihr neues Album „Home“ vor. Wallis Bird lebt in Berlin, ist aber ursprünglich aus Irland. Dazu passt, dass ihre Musik vom Folk geprägt ist.

Die ersten Töne haben uns beide komplett umgehauen, eine solche Soundqualität habe ich noch nie in meinem Leben erlebt! Wir saßen beide völlig geflasht auf unseren Plätzen. Dadurch, dass unsere Plätze auf der Empore waren, konnten wir zunächst nicht wahrnehmen, dass Wallis Bird von 3 weiteren Musiker*innen begleitet wurde. Im ersten Moment dachte ich, dass die Musik vom Band kommen würde. Also reckten wir unsere Hälse und erblickten die Band, welche aus einem Geiger, einer Backgroundsängerin und einem Backgroundsänger bestand. Alle drei begleiteten Wallis Bird zudem mit einer Vielzahl an Percussioninstrumenten.

Die ersten 3 Songs waren äußerst tiefgründig und berührend, ich möchte nicht sagen traurig, jedoch sehr ernst. Auch gab es zwischen diesen Anfangssongs keine Lücken für Applaus, es hat mich fast an eine Art Performance-Stück erinnert. Danach sprach Wallis Bird zum ersten Mal zum Publikum, dabei war sie ungemein witzig und sprach sogar Deutsch. Die Interaktion mit dem Publikum stand in einem krassen Kontrast zu den „deepen“ Songs zu Beginn. Im Publikum waren auch einige Fans, die während des Konzerts tanzten und mitsangen. Die nächsten Songs würde ich als powerful und energetisch beschreiben. Das Zusammenspiel mit der Band war überragend und auch die Kommunikation der Musiker*innen untereinander hat keinerlei Hierarchien oder Startallüren erkennen lassen. Die Tatsache, dass alle gleichwertig waren und Wallis Bird sich in keinster Weise als Chef*in der Gruppe inszeniert hat, hat uns beiden (neben der Musik) am Besten gefallen.

In puncto Musik muss erwähnt werden, dass Wallis Bird eine überragende Gitarristin ist, die enorm rockig und fetzig spielt und sich dabei auch wie männliche Rockstars bewegt. Sie brachte es fertig, zwei Gitarrenseiten zum Reißen zu bringen, außerdem spielte sie bei zwei Stücken Klavier. Besonders gut hat uns außerdem eine Konstruktion gefallen, auf der Wallis Bird stand. Es war eine Art Kiste, die wie eine Cajon funktionierte. Durch das Stampfen auf der Kiste spielte sie quasi Gitarre und Schlagzeug gleichzeitig. Zum Bühnenbild gehörten zudem 4 große Leuchtschirme und eine einzelne Glühbirne, die auf einer Stange angebracht war (siehe Bilder). Gegen Ende des Konzerts performte Wallis Bird noch einen neuen, noch unfertigen Song, den sie vor kurzer Zeit auf der Bühne bei einem Konzert in Hamburg komponiert hatte.

Insgesamt waren wir beide super begeistert und total verliebt in Wallis Bird und ihre Band. Auf dem Nachhauseweg waren wir wie in einer Art Trance von der unglaublich starken Performance und der Musik.

Foto oben: Autorin, Foto Mitte: Wallis Bird, Foto unten: Veranstalter W-Festival

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(sm)