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Ina Forsman – „Ina Forsman“

cd_inaforsman_inaDass die Finnen den Tango erfunden haben, weiß man spätestens seit Aki Kaurismäki. Wenn man die finnische Sängerin Ina Forsman hört, könnte man auf die Idee kommen, dass auch der Blues in Finnland entstanden ist. Den lernte sie durch den Harmonica-Musiker Helge Tallqvist kennen; er nahm sie mit ins Studio und vermittelte Musiker. Dass sie nicht nur eine starke Stimme, sondern auch das Zeug zur Songwriterin hat, beweist sie nun auf ihrem Debütalbum, das im Januar auf Ruf Records erscheint. Schon beim Opener „Hanging Loose“ hört man, wo es lang geht, es geht nämlich ordentlich die Post ab bei Mrs. Forsman und ihrer Kapelle. Der Swing der alten Soul- und Bluesplatten hat es ihr angetan, mit dem finnischen Bluesmusiker Tomi Leino hat sie ihm moderne und abwechslungsreiche Gewänder geschneidert, extrem groovig, aber nicht so gitarrenlastig wie die meisten Bluesalben dieser Tage. „All meine Ina ForsmanFolkert HielemaLieblingslieder haben Piano- und Bläseranteile (…) also war das von Anfang an klar“, erklärt sie. Auf ihrem Debütalbum hört man nicht nur ihre sechsköpfige Begleitband, sondern auch die „Texas Horns“, die aus vier Bläsern bestehen, und den (Männer-)Chor ihrer Bandmitglieder. Es geht um Liebe in all ihren Facetten – was gibt es auch Besseres, als diese in bluesigen Songs zu besingen? Das Ganze ist so mitreißend, dass doch bitte schön mal jemand auf die Idee kommen könnte, daraus ein kultiges Musical zu machen? Forsman könnte als eine Art rote Zora im Rockabilly-Style durch’s Bild grooven, aah, ich fange an zu spinnen…! Wer die temperamentvolle Musikerin live erleben möchte, sollte im Februar zu einem der „Blues Caravan 2016“-Konzerte gehen, wo sie als eine der „Blue Sisters“ auftritt. (Foto: Volkert Hielema)

CD 2016, 11 Tracks (Ruf Records)

https://www.facebook.com/InaForsman

(ms)

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