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Shel – „Just Crazy Enough“

cd_shel_justcrazySo kann es auch mal gehen: frau wächst mit drei Schwestern, einer Künstlermama und einem Songwriter-Papa in einem Wohnwagen-Park in Colorado auf und kann sich in aller Ruhe der Musik widmen, ohne von lästigen Schulpflichten und Konventionen drangsaliert zu werden. So scheint es bei den vier Holbrook Schwestern Sarah (Violine, Gitarre), Hannah (Keys, Synth-Bass), Eva (Mandoline, Banjo, Gitarre) und Liza (Drums, Perc, Beatbox) gewesen zu sein, die Anfang bis Mitte Zwanzig sind und die Band Shel bilden. Die vier studierten später zwar klassische Musik, komponierten und arrangierten aber nebenbei ihre eigene Musik für ein ungewöhnliches Quartett aus Violine, Mandoline, Klavier und Schlagzeug. Nach ihrem gleichnamigen Debüt 2012 wurde Dave Stewart auf sie aufmerksam und nahm sie unter Vertrag. Ihr zweites Album beginnt reduziert mit Mandoline und Gesang und zeigt gleich zu Beginn das große Talent der vier, mit wenigen Mitteln Shelund unkonventionellen Ideen grandiose Popsongs zu produzieren. Die Songs bauen sich meist langsam auf, steigern sich mit Chören und ganzer Band und gehen immer wieder zu ihrem reduzierten Kern zurück. “We were all instrumentalists long before we learned to sing, and telling a story through melody and arrangement is the part of our work that we bond over most,” erklärt Hannah Holbrook. Das Ganze ist ein Mix aus Indie, Folk und Pop, der die Beine zum Wippen bringt und überaus hitverdächtig ist, groovy und berührend zugleich, mit einer spielerisch-frischen DIY-Attitude. Mit dabei ist auch ein Cover, eine traumwandlerische Version von „Enter Sandman“ der Kollegen von Metallica. Von dieser Familie werden wir noch viel hören.

CD 2016, 10 Tracks (Membran)

http://www.shelmusic.com/

(ms)

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