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Ausflug#4: Sophie Hunger @ WOTW Festival 16.05.2015

sophie hunger markus kaufhold

Foto: Markus Kaufhold

Das Konzert der gebürtigen Schweizerin Sophie Hunger war eine bunte Mixtur aus so ziemlich jedem mir bekannten Musikstil. Es begann mit ein paar ruhigen, englischen Liedern, die sie selbst abwechselnd auf der Gitarre und dem Klavier begleitete. Dem tat die Akustik in der Alten Oper sehr gut. Diese Lieder haben mir sehr gut gefallen, sie hatten etwas von einer fremden Welt, und haben einen in ihrer Stille mitgerissen. Und der ohnehin kaum hörbare deutsche Akzent der Sängerin hat auch überhaupt nicht gestört. Dann ging es in einem Wechsel weiter, rockige Lieder gefolgt von Balladen, deutsche Lieder gefolgt von Liedern in Schwyzerdütsch.

Hunger hat sich nach ihrem letzten Album eine Auszeit genommen, die sie in Amerika verbracht hat. Sie hatte vor, erstmal gar keine Musik mehr zu machen, wurde aber dort zu ihrem neuen Album inspiriert; Supermoon. Sie spielte aber auch Songs von allen fünf Alben. Ihre Lieder haben alle einen sehr eigenen Stil, der es mir am Anfang schwer gemacht hat, mich richtig darauf einzulassen. Ich konnte in den meisten Liedern keine richtige Struktur ausmachen, und mitsingen konnte man deswegen nur, wenn man das Lied wirklich komplett auswendig kannte. Ich habe eine gewisse Zeit gebraucht mich daran zu gewöhnen, aber danach hat es mir relativ gut gefallen. Was mir dann nicht ganz so gut gefallen hat, war, dass die Lieder, die ich persönlich schöner fand, eher am Anfang gespielt wurden – zum Ende hin war es dann überwiegend nicht mehr ganz mein Stil, ich habe es aber trotzdem genossen.

Sophie HungerIch konnte nicht wirklich feststellen, ob oder wie viele ‘Fans‘ anwesend waren, aber Sophie Hunger hat durch ihre warme, aber kräftige Stimme das komplette Publikum hörbar in ihren Bann gezogen. Ihre Studiostimme ist kein Vergleich zu ihrer Liveperformance, das Gesamtpaket war um Längen besser, da man einfach mehr von ihrem Charakter in der Musik wahrgenommen hat.

Hunger spielte auch bei fast allen Liedern mindestens ein Instrument, meistens eine Akustische oder E-Gitarre, die sie beide unglaublich gut beherrscht, sowie das Klavier. Zwischendurch spielte sie auch immer mal wieder nur Gitarre, ohne den Rest der Band, das wirkte dann fast schon magisch.

Die Sängerin hat sich auch zwischen den einzelnen Liedern viel mit dem Publikum unterhalten, und war auch bereit, am Ende noch drei Zugaben zu spielen. Die Stimmung hat sich eigentlich immer dem jeweiligen Lied angepasst, wenn die Band ein schnelleres Lied spielte, haben auch die Zuschauer mitgemacht, und wenn sie etwas Ruhiges sang, kam es mir vor, als würden alle Anwesenden versuchen, auch wirklich die genaue Bedeutung zu verstehen.

Ich würde das Konzert auf jeden Fall weiterempfehlen, sie legt eine gute Show hin und wenn man sich mal an ihren außergewöhnlichen Stil gewöhnt hat, erlebt man eine sehr schöne Zeit.