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Ausflug #21: Namika @ W-Festival 31.05.2019

Namika ist eine sehr gefühlvolle deutsche Sängerin, die mit ihren Liedern vor allem alltägliche und (zwischen-)menschliche Themen aufgreift. Am 31.05.2019 ist sie anlässlich des Women Festivals in Frankfurt in der Alten Oper aufgetreten. Die Musik konnte an dem Abend Alt und Jung begeistern.

Einer der ersten Songs, die Namika singt, ist „Liebe, Liebe“. Dabei „spricht“ sie mit der Liebe als Person. Dieses literarische Gespräch kann man in vielen ihrer Lieder finden. Wenn man sich Namikas Songs anhört, kann man eine zusammenhängende Geschichte verfolgen. Namikas positive Ausstrahlung hat für gute Laune gesorgt. Im Verlauf des Konzerts hat sie immer stärker an Präsenz gewonnen. Die kurzen Übergänge zwischen den Songs hat sie mit Humor und Background-Infos zu den Liedern gefüllt. Bei dem Song „Nador“ lässt Namika ihre Gedanken um das Thema Heimat und ihre Heimatstadt Nador kreisen. Das Lied ist ein privates Gespräch zwischen ihr und ihren eigenen Wurzeln. Sehr berührend war auch das Lied „Hände“, das Namika für ihre Großmutter geschrieben hat und womit sie sich bei ihr für alles, was sie ihr beigebracht und gegeben hat, bedankt. Der Text lädt zum Nachdenken und zum Mitfühlen ein. Der Wechsel zwischen ruhigeren und dynamischen Songs war angenehm.

Überhaupt verbreitete Namika eine schöne Atmosphäre: viele Menschen zwischen 10 und 60 haben gerne bei den Liedern mitgetanzt und mitgesungen. Am stärksten präsent war das Publikum bei den etablierten und schon etwas älteren Songs (2015) wie „Lieblingsmensch“ und „Hellwach“. Weiter ging es mit den Songs „OK“ und „Phantom“. Der Song „Phantom“ klingt komplexer und wurde von afrikanisch klingenden Rhythmen begleitet.

Das Schönste bei Namika ist die Leichtigkeit, mit der sie ihre Geschichten erzählt und dabei gleichzeitig amüsiert. Ihre Lieder regen sowohl zum Tanzen, als auch zum Nachdenken an. Musikalisch gesehen hat Namika eine sehr angenehme und reife Stimme, die parallel zu den vielfältigen Tönen und Beats zärtlich, aber auch charaktervoll klingt. Ihr Gesangsstil wechselt zwischen Pop und melodischem Rap. Je nach Thematik ändert sich auch ihre Stimme und passt sich der neu eingesetzten Melodie an. Mit großer Begeisterung reagiert das Publikum auch auf eines ihrer neueren Lieder: „Je ne parle pas francais“. Ihre nette und humorvolle Sprache hat uns über das ganze Konzert begleitet und mit einem zufriedenen Gefühl zurückgelassen. Nach der gewünschten Zugabe hat sie das Konzert mit dem Remix von „Je ne parle pas francais“ beendet und sich mit den Worten: „Tut das, was ihr liebt!“ verabschiedet.

(Fotos: Vero Bielinski)

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(m)